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Deutscher Ritterorden / Deutschherrenorden


Quelle: Aschaffenburger Wappenbuch

Der Deutsche Ritterorden hatte in Franken verschiedene Sitze (zum Beispiel Mergentheim). Das Herrschaftswappen wechselte mit jedem Hochmeister.
Hier als Beispiel ein Hochmeister des Deutschen Ordens und Erzherzog von Österreich (u.a. finden wir auf dem Wappen die Erzherzogskrone und im Wappen Ungarn, Castilien und Leon, Böhmen, Elsaß etc.):


Quelle: Johann Siebmachers Wappenbuch

Heinrich I Waldbott (Walpod) von Bassenheim, Hochmeister 1198-1200.

Deutsch- und Hochmeister Clemens August von Bayern, Kurfürst und Fürstbischof von Köln, Sohn des Kurfürsten Maximilian Emanuel von Bayern.
Er hatte folgende Ämter/Herrschaften inne, die sich im Wappen widerspiegeln:
Erzbischof von Köln: Im ersten Kreuzfeld oder Kreuzplatz, geviert, 1 Silber, ein durchgehendes Kreuz Schwarz, 2 Rot, ein Roß; Silber(Herrschaft Westfalen), 3 Rot, drei Herzen Gold, 2:1 (Herrschaft Engern), 4 Blau, ein Adler Silber, goldbewehrt (Herrschaft Arnsberg).
Bischof von Hildesheim: Im zweiten Kreuzfeld, gespalten Gold Rot.
Bischof von Paderborn: Oben im dritten Kreuzfeld, geviert, 1 und 3 Rot, ein durchgehendes Kreuz Gold (Paderborn), 2 und 3 Silber, ein Ankerkreuz Rot (Pyrmont).
Bischof Osnabrück: Unten im dritten Kreuzfeld, Silber, ein sechsspeichiges Rad Rot.
Bischof von Münster: Im vierten Kreuzfel, geteilt und zweimal gespalten, 2 und 5 Blau, ein Balken Gold (Münster), 1 und 6 geteilt Silber Rot, oben 3 Raben Schwarz (Burggrafschaft Stromberg), 3 und 4 Rot, 3 Kugeln Gold, 2:1 (Herrschaft Borculo).
Balsonierung: Quadriert, 1 Erzbistum und Kurfürstentum Köln, 2 Bistum Hildesheim, 3 geteilt, oben Bistum Paderborn, unten Bistum Osnabrück, 4 Bistum Münster, über alles das Großmeisterkreuz des Deutschen Ordens belegt mit dem Herzschild des Deutschen Ordens und dieses wiederum belegt mit dem Herzschild Bayern.

Erzherzog Karl, Hochmeister des Deutschen Ordens aus dem Hause Habsburg-Lothringen (zweites Herzschild Österreich mit Erzherzogskrone und in den vier Kreuzfeldern die Wappenteile des Hauswappens)

Hochmeister aus dem Haus Pfalz-Neuburg

Franz Ludwig von Pfalz-Neuburg, Fürstbischof von Trier und Mainz, Fürstbischof von Breslau, Bischof von Worms (geb. 1664) Hochmeister 1694-1732

Franz Ludwig von Pfalz-Neuburg war nacheinander Kurfürst und Fürstbischof von Trier und Mainz, Hochmeister des Deutschen Ordens 1694-1732.
Entsrechend seiner Herkunft finden wir als Grundwappen das Wappen des Herzogtums Pfalz-Neuburg über das ein erstes geviertes Herzschild für das Bistum Worms (1 und 4 Schwarz mit Schindeln Gold, ein schräglinks aufwärts gestellter Schlüssel Silber), für die gefürstete Propstei Ellwangen (2 Silber, eine Prälatenmütze Gold), und für das Fürstbistum Breslau (3 geteilt Gold Rot, oben ein Adler Schwarz belegt mit einer Mondsichel Silber, unten sechs Lilien 3:2:1) gelegt wurde. Über alles dann das Großkreuz und Herzschild des Hochmeisters des Deutschen Ordens. Das Herzschild finden wir abermals mit einem weiteren Herzschild belegt, in dem das Mainzer Rad für die Kurfürstenwürde von Mainz zu sehen ist.

Ludwig Anton von Pfalz-Neuburg, Pfalzgraf von Neuburg, Bischof von Worms und Liège, Probst von Ellwangen (geb. 1660) Hochmeister 1684-1694

Deutschmeister aus dem Hause Hohenlohe
Heinrich von Hohenlohe , Hochmeister 1244-1249
Gottfried von Hohenlohe, Hochmeister 1297-1303

Konrad von Erlichshausen/Ellrichshausen, Hochmeister 1441-1449

Paul Belenzer von Rusdorf, Hochmeister 1422-1441

Albrecht von Brandenburg-Ansbach geb. 1490, Hochmeister 1510–1525

Walter von Cronberg, Hochmeister 1527-1543

Karl Alexander von Lothringen, Prinz von Lothringen, Generalfeldmarschall, Generalgouverneur und Generalkapitän der Niederlande, Hochmeister 1761-1780

Nach der Auflösung des Deutschen Ordens in der Sekularisation ging das Kreuz des Deutschen Ritterordens noch für einige Zeit in das Wappen des Fürstprimas des Rheinbunds ein. Sieh dazu Carl Theodor von Dalberg.

Die Hochmeister des Deutschen Ordens:

Hospitalbruderschaft (Residenz Akkon):

  1. Sibrand (1190)
  2. Gerard (1192)
  3. Heinrich (1193-1194)
  4. Ulrich (1195)
  5. Heinrich (1196)

Ritterorden (Sitz in Akkon ca. bis 1230)

  1. Heinrich I Waldbott (Walpod) von Bassenheim (1198-1200)
  2. Otto von Kerpen (1200-1208)
  3. Heinrich von Tunna gen. Bart (1208-1209)
  4. Hermann von Salza (1209-1239)

Ritterorden (Sitz in Montfort ca. 1230-1271)

  1. Konrad von Thüringen (1239-1240)
  2. Gerhard von Malberg (1240-1244)
  3. Heinrich von Hohenlohe (1244-1249)
  4. Gunther von Wüllersleben (1249-1252)
  5. Poppo von Osterna (1252-1256)
  6. Anno von Sangershausen (1256-1273)

Ritterorden (Sitz in Akkon 1271-1291)

  1. Hartmann von Heldrungen (1273-1282)
  2. Burchard von Schwanden (1283-1290)

Ritterorden (Sitz in Venedig 1291-1309)

  1. Konrad von Feuchtwangen (1291-1296)
  2. Gottfried von Hohenlohe (1297-1303)
  3. Siegfried von Feuchtwangen (1303-1311)

Ritterorden (Sitz in der Marienburg 1309-1457)

  1. Karl von Trier (1311-1324)
  2. Werner von Orseln (1324-1330)
  3. Luther von Braunschweig (1331-1335)
  4. Dietrich von Altenburg (1335-1341)
  5. Ludolf König (1342-1345)
  6. Heinrich Dusemer (1345-1351)
  7. Winrich von Kniprode (Knipenrode) (1352-1382)
  8. Konrad Zöllner von Rotenstein (1382-1390)
  9. Konrad von Wallenrode (1391-1393)
  10. Konrad von Jungingen (1393-1407)
  11. Ulrich von Jungingen (1407-1410)
  12. Heinrich von Plauen (1410-1413)
  13. Michael Küchenmeister von Sternberg (1414-1422)
  14. Paul Belenzer von Rusdorf (1422-1441)
  15. Konrad von Erlichshausen/Ellrichshausen (1441-1449)

Ritterorden (Sitz in Königsberg 1457-1525)

  1. Ludwig von Erlichshausen (1450-1467)
  2. Heinrich Reuß Graf von Plauen (1467-1470)
  3. Heinrich Reffle von Richtenberg (1470-1477)
  4. Martin Truchsess von Wetzhausen (1477-1489)
  5. Johann von Tiefen (1489-1497)
  6. Friedrich von Sachsen (1498-1510)
  7. Albrecht von Brandenburg-Ansbach (geb. 1490, Hochmeister 1510-1525)

Ritterorden (Sitz in Mergentheim 1525-1809)

  1. Walther von Cronberg (1527-1543)
  2. Wolfgang Schutzbar gen. Milchling (geb. 1483, Hochmeister 1543-1566)
  3. Georg Hund (Hundt) von Wenckheim (1566-1572)
  4. Heinrich von Bobenhausen (1572-1590/95)
  5. Maximilian III von Habsburg, Erzherzog von österreich (geb. 1558, Hochmeister 1590/95-1618)
  6. Karl von Habsburg, Erzherzog von österreich (Hochmeister 1618-1624)
  7. Johann Eustach von Westernach (Hochmeister 1625-1627)
  8. Johann Kaspar von Stadion (Hochmeister 1627-1641)
  9. Leopold Wilhelm von Habsburg, Erzherzog von österreich, Fürstbischof von Passau, Straßburg, Halberstadt, Olmütz und Breslau (geb. 1614, Hochmeister 1641-1662)
  10. Karl Joseph von Habsburg, Erzherzog von österreich, Fürstbischof bzw. Bischof von Passau, von Olmütz, von Magdeburg, Halberstadt, Straßburg und von Breslau, Statthalter der Spanischen Niederlande (Hochmeister 1662-1664)
  11. Johann Caspar von Ampringen (Hochmeister 1664-1684)
  12. Ludwig Anton von Pfalz-Neuburg, Herzog von Bayern, Pfalzgraf von Neuburg, Bischof von Worms und Liège, Probst von Ellwangen (geb. 1660, Hochmeister 1684-1694)
  13. Franz Ludwig von Pfalz-Neuburg, Fürstbischof von Trier und Mainz, Fürstbischof von Breslau, Bischof von Worms (geb. 1664, Hochmeister 1694-1732)
  14. Clemens August von Bayern, Erzbischof und Kurfürst von Köln, Bischof von Hildesheim, Paderborn und Münster (geb. 1700, Hochmeister 1732-1761)
  15. Karl Alexander von Lothringen, Prinz von Lothringen, Generalfeldmarschall, Generalgouverneur und Generalkapitän der Niederlande (geb. 1712, Hochmeister 1761-1780)
  16. Maximilian Franz Xaver von Habsburg-Lothringen, Erzbischof von Köln, Bischof von Münster (geb. 1756, Hochmeister 1780-1801)
  17. Karl Ludwig von Habsburg-Lothringen, Erzherzog von österreich (Hochmeister 1801-1804)

Ritterorden (Sitz in Wien ab 1809)

  1. Anton Victor von Habsburg-Lothringen, Erzherzog von österreich (Hochmeister 1804-1835)
  2. Maximilian Joseph von Habsburg-Lothringen-Este, Erzherzog von österreich, Prinz von Modena (geb. 1782, Hochmeister 1835-1863)
  3. Wilhelm Franz Karl von Habsburg-Lothringen, Erzherzog von österreich (geb. 1827, Hochmeister 1863-1894)
  4. Eugen Ferdinand von Habsburg-Lothringen, Erzherzog von österreich (geb. 1863, Hochmeister 1894-1923, letzter Hochmeister aus dem Hause Habsburg, zugleich letzter weltlicher Hochmeister, Neffe des vorherigen Hochmeisters Wilhelm Franz Karl von Habsburg-Lothringen)

Klerikaler Orden (Sitz in Wien)

  1. Bischof Dr. Norbert Klein (1923-1933) Ab jetzt nur noch klerikale Hochmeister, da Umwandlung in einen klerikalen Orden.
  2. Abt Paul Heider (1933-1936)
  3. Abt Robert Schälzky (1936-1948)
  4. Abt Dr. Marian Tumler (1948-1970)
  5. Abt Ildefons Pauler (1970-1988)
  6. Abt Dr. Arnold Othmar Wieland (1988-2000)
  7. Abt Dr. Bruno Platter (seit 2000)