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von Leiningen
von Leiningen-Westerburg
von Leiningen-Dagsburg
von Leiningen


Quelle: Aschaffenburger Wappenbuch


Quelle: Genealogisches Handbuch des Adels (GHdA), Band 97, Herausgeber: Starke Verlag, Limburg/Lahn,1989.

Das Stammwappen zeigt in Blau drei (2:1) rot-bewehrte silberne Adler. Auf dem Helm mit blau-silbernen Decken steht eine grüne Linde mit silbernen Blüten. In dieser Form ist es im Codex Manesse und im Ortenburger Wappenbuch von 1466 dargestellt. Die heute benutzte Form mit einem zusätzlichen roten Turnierkragen erscheint schon 1515 bei Nicolaus Bertschi. Laut Blasonierung im Genealogischen Handbuch des Adels ist die Version mit dem Turnierkragen als das Stammwappen definiert. Richtig ist wohl eher, dass erst die Linie zu Dagsburg als jüngere Linie zuerst einen Turnierkragen über die drei Adler setzte.


Wappenbeschreibung des ab 1803 geführten Wappens: Einmal gespalten und zweimal geteilt mit Herzschild. Herzschild: Leiningen. Hauptschild: 1. Pfgft. Mosbach, 2. Dagsburg, 3. Gft. Rieneck, 4. Frankenberg, 5. Gft. Dürn, 6. Abtei Amorbach.

Weitere Info:
Historische Familienwappen in Franken von Eugen Schöler

Familiengeschichte der Fürsten von Leiningen

Leiningen (Grafschaft, Fürstentum). Seit 1128 sind fränkische Grafen von Leiningen nachgewiesen, die sich möglicherweise von einem Ahnherren Amicho (780, Emichonen) herleiten lassen und um Wormsgau und Nahegau begütert waren. Ihre Hauptburg (Alt-Leiningen) entstand zwischen 1110 und 1120. Die Grafen erlangten 1204 die Landvogtei über den Speyergau und die Vogtei über Kloster Limburg an der Haardt. Als sie 1220 in männlicher Linie ausstarben, fielen die Güter über die Erbtochter Liutgard (Lukardis) erbweise an den Schwestersohn des letzten Grafen, an Graf Friedrich von Saarbrücken, der Namen und Wappen der Grafen von Leiningen annahm und aus den Saarbrücker Gütern die Herrschaft Hardenburg (Hartenburg) erhielt. Das neue Haus erwarb durch mütterliche Erbschaft zu Beginn des 13. Jahrhunderts (1225/41) die Reichsgrafschaft Dagsburg in den Vogesen als Lehen des Bischofs von Straßburg sowie 1312 das Amt des Landvogts im Unterelsaß und teilte sich 1317/8 in

-eine 1467 erloschene ältere landgräfliche Linie (Leiningen-Dagsburg) und eine

-eine jüngere Linie (Leiningen-Hardenburg).

Der größere Teil der Güter der älteren Hauptlinie, die 1444 von König Friedrich III. die Würde eines Landgrafen im Elsaß erlangt hatte, gelangte 1467 über Margarethe - Schwester des letzten Grafen - an die verschwägerten Herren von Westerburg, die sich darauf Grafen zu Leiningen-Westerburg nannten. Sie mußten zur Durchsetzung ihrer Rechte 23 Orte an die Pfalz abtreten.

Wappen der Grafen von Leiningen und Westerburg:


Quelle: Johann Siebmachers Wappenbuch

Ein kleinerer Teil der Güter mit Dagsburg fiel an Emich VII. von Leiningen-Hardenburg, der sich seitdem Leiningen-Dagsburg nannte.

Die jüngere Linie Leiningen-Hardenburg teilte sich 1343 in Linien zu

-Rixingen, das 1506 an Zweibrücken fiel, und

-Leiningen-Hardenburg.

Diese jngere Linie Leiningen-Hardenburg erwarb 1466 die Herrschaft Aspremont in Lothringen, erbte 1467 Dagsburg und nannte sich seitdem Leiningen-Dagsburg. Weiter erlangte sie im 15./16. Jahrhundert Weißenburger Lehen und teilte sich 1560 in die Zweige

-Leiningen-Dagsburg-Hardenburg (Hardenburg, Dürkheim) und

-Leiningen-Dagsburg-Falkenburg (Falkenburg, Heidesheim, Guntersblum).

Der ältere Zweig Leiningen-Dagsburg-Hardenburg geriet mit der Grafschaft 1681 unter die Hoheit Frankreichs, verlegte 1725 die Residenz von der Hardenburg nach Dürkheim und wurde 1779 (ohne Virilstimme) in Reichsfürstenstand erhoben. 1803 erhielt er durch §20 des Reichsdeputationshauptschlusses für seine 1801 verlorenenen linksrheinischen Güter (Fürstentum Leiningen, Grafschaft Dagsburg, Ansprüche auf Saarwerden, Lahr und Mahlberg) die mainzischen Ämter Miltenberg, Buchen, Seligenthal, Amorbach und Bischofsheim (Tauberbischofsheim), die würzburgischen Ämter Grünsfeld, Lauda, Hardheim und Rippberg/Rückberg sowie die pfälzischen Ämter Boxberg und Mosbach und die Abteien Gerlachsheim (Würzburg) und Amorbach (Mainz), die zu dem neuen rechtsrheinischen Fürstentum Leiningen mit der Residenz in Amorbach sowie 1600 Quadratkilomtern Fläche und etwa 90000 Einwohnern zusammengefaßt wurden. Gerlachsheim und Grünsfeld wurden jedoch bald an Salm-Krautheim abgetreten und damit eine Geldrente abgelöst, die der Reichsdeputationshauptschluß festgesetzt hatte.

Der Zweig Leiningen-Dagsburg-Falkenburg-Heidesheim blieb gräflich. Er spaltete sich 1657 in die Zweige

-Dagsburg (bis 1706),

-Heidesheim (bis 1766) und

-Guntersblum (bis 1774, Anfall Dagsburgs an Leiningen-Dagsburg-Hardenburg).

Leiningen-Dagsburg-Falkenburg-Guntersblum bzw. Leiningen-Guntersblum und Leiningen-Heidesheim erhielten Sitz und Stimme im wetterauischen Grafenkollegium.

1910 bzw. 1935 starb Leiningen-Dagsburg-Falkenburg mit den Ästen Leiningen-Neudenau und Leiningen-Billigheim aus.


Quelle: Codex Manesse


Quelle: Wappen derer von „Liningen“ in der Zürcher Wappenrolle, um 1340