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von Leuchtenberg


Quelle: Johann Siebmachers Wappenbuch


Quelle: Scheibler'sches Wappenbuch

Weitere Info:
Historische Familienwappen in Franken von Eugen Schöler.

Beim oben gezeigten Wappen aus Johann Siebmachers Wappenbuch handelt es sich um das gemehrte Wappen Leuchtenberg. Das ursprüngliche Wappen der Herrschaft Leuchtenberg war Silber mit einem blauen Balken (siehe auch oben die Wappenzeichnung von Otto Hupp).


Beim gemehrten Wappen Leuchtenberg handelt es sich nicht um ein geteiltes Wappen mit getauschten Tinkturen. Es ist vielmehr ein Zufall der Geschichte, dass die von Leuchtenberg noch die Herrschaft Hals erbten, welche ein Wappen in Blau mit Balken in Silber ins gemehrte Wappen der Leuchtenbergs brachte.


Das ursprüngliche Wappen Leuchtenberg ging 1817 ein in das Wappen des neu geschaffenen Herzogtums Leuchtenberg.

Herzog von Leuchtenberg

Eugène Beauharnais, Sohn von Josephine Beauharnais, französischer General, vormals Vizekönig von Italien, Adoptivsohn Napoleons I . und Schwiegersohn von Max I. Josef von Bayern, wurde nach dem Sturz Napoleons von seinem Schwiegervater, dem König von Bayern, zum Herzog von Leuchtenberg und Prinz von Eichstädt ernannt. Das fränkische Eichstätt (Eichstädt) fiel 1803 durch die Säkularisation an Bayern.

Die "neuen Leuchtenberg" stehen mit den Landgrafen in keinem genealogischen Zusammenhang. Die "echten" Leuchtenberg starben 1646 im Mannesstamme aus. Wie später öfters praktiziert, erinnerte man sich der großen Tradition reichsfreier Familien und vergab den Namen an Familien, die meist mit dem jeweiligen Herrscherhaus in enger Beziehung standen, aber nicht thronfolgeberechtigt sein sollten.

Die "neuen Leuchtenberg" sind eine aus dem Orléanaise stammende Familie, die ihre Abkunft von Guillaume de Beauharnais, Seigneur de Miramon et de la Caussee (1398) herleitet; Comte des Roches-Baritaud (Departement Loire-et-Cher) (Juni 1759); Marquise de Beauharnais Juli (1764). Alexander Vicomte de Beauharnais war verheiratet mit Josephine Tascher de la Pagerle. Deren Sohn, der oben genannte Eugène de Beauharnaise, wurde am 03.09.1781 geboren. Alexandre de Beauharnais, Französischer General, endete in der Revolution auf der Guillotine. Als die Wittwe Josephine den jungen General Napoleon Bonaparte heiratete und später Kaiserin der Franzogen wurde, adoptierte Napoleon I. seinen Stiefsohn. Er wurde französicher Prinz (01.02.1805), Vizekönig von Italien (07.06.1805), Fürst von Venedig (1807) und heiratete die Tochter des Königs von Baiern. Sein Schwiegervater erhob ihn zum baierischer Herzog von Leuchtenberg und Fürst von Eichstätt mit dem persönlichen Prädikat Kgl. Hoheit und erbl. Durchlaucht für die Nachkommenschaft. Der Sohn des Eugène, Maximilian von Leuchtenberg, heiratete Maria Nikolajewna, Großfürstin von Rußland. Für ihn gab es die russische Wappenmehrung mit dem russischen Kaiseradler (12.08.1839), Verleihung des Prädikates Kaiserliche Hoheit (10.08.1843), und für Nikolaus, Sohn des Maximilian, die Erhebung zu einem russischen Fürst Romanofsky mit Kaiserlicher Hoheit (18.12.1852) für die gesamte Nachkommenschaft.

Die Familie besaß lange Zeit das Kloster Seeon im Chiemgau in Bayern. Manche Familienmitglieder werden noch heute in Seeon begraben. So auch die angebliche Zarentochter Anastasia.

Zur Geschichte der Landgrafen von LEUCHTENBERG

Kaiser Heinrich III. (1017-1056) schenkte im Jahre 1043 dem Ritter Berengar verschiedene Güter im Gebiet des Luhe-Flusses, das damals zur Nordmark (Nordgau) und heute zum Landkreis Neustadt an der Waldnab in der Oberpfalz gehört. Ein adeliger Herr mit Namen Luiko (Luitger) - vielleicht ein Nachkomme des Berengar - gründete im Tal der Luhe die Siedlung Luikorieth, heute Lückenrieth, und auf der Anhöhe eine in alten Urkunden Luikenberg oder Luigenberg genannte Befestigung.
Anfang des 12. Jhs. erscheinen die edelfreien "Herren von Lukenberge" erstmals in den Urkunden. Ob sie Nachfahren des Berengar oder des Luiko waren, kann nicht eindeutig nachgewiesen werden. Aus der auf einen Personennamen zurückgehenden Benennung "L(i)ukenberge" entwickelte sich bis zum 14. Jh. der Name "Leuchtenberg".
In einer der vielen Sagen über die bedeutende Burganlage wird der Name Leuchtenberg auf eine Begebenheit aus der Zeit König Heinrichs des Voglers zurück geführt. Als der König einst seine Tochter verloren hatte, soll ihn ein Licht über dem Tal der Luhe wieder zu seinem Kind geführt haben. Auf Wunsch König Heinrichs erhielt die Anhöhe den Namen "Leuchtenberg".
Mit Gebhard I. von Leuchtenberg (gest.1146), der 1118 in Urkunden aufscheint, tritt die erste fassbare Persönlichkeit der Herren von Leuchtenberg in das Licht der Geschichte. Er war mit Heilwig (um 1105-um 1160), der jüngsten Tochter des letzten Grafen Friedrich von Lengenfeld-Pettendorf (gest. 1119) und Urenkelin Kaiser Heinrichs IV. (1050-1106), verheiratet. Nach dem Tode seines Schwiegervaters fielen Gebhard I. und seinem Schwager, Graf Otto I. von Wittelsbach (gest. 1156), jeweils etwa die Hä;lfte des reichen Erbes der Grafen von Lengenfeld-Pettendorf in der nördlichen Oberpfalz zu. Die Kirche in der heutigen Stadt Leuchtenberg, 1124 von Bischof Otto von Bamberg (um 1060-1139), dem Heiligen, eingeweiht, geht auf Gebhard I. zurück. Er ließ auch die Burg Leuchtenberg wesentlich erweitern und verstärken.
Die erhaltenen Teile der Burg Leuchtenberg in der gleichnamigen Stadt ist die größte Burgruine der Oberpfalz. Wegen ihrer landeskundlichen und burgenkundlichen Bedeutung wird sie auch die "Akropolis der Oberpfalz" genannt.
Gebhard II. von Leuchtenberg (gest. um 1168) nahm 1147 / 1149 am 2. Kreuzzug teil. Auf dem von Kaiser Friedrich I. Barbarossa (1122-1190) im Jahre 1158 abgehaltenen 2. Reichstag von Roncaglia wird er "Graf" genannt. Die Zugehörigkeit der Herren von Leuchtenberg zu den sozial und verfassungsrechtlich führenden Familien des Heiligen Römischen Reiches ist damit belegt.
Als im Jahre 1196 die sehr mächtigen Landgrafen von Steflingen, wahrscheinlich ein Zweig der Grafen von Riedenburg und Burggrafen von Regensburg, ausstarben, konnte Graf Diepold I. von Leuchtenberg (gest. um 1209) die Herrschaft Steflingen, eine Burg bei Nittenau, Landkreis Schwandorf, erwerben. Die landgräflichen Rechte und die Herrschaft gingen auf die Grafen von Leuchtenberg über. Seit damals führt das Haus Leuchtenberg den Titel von Landgrafen.
Die Bedeutung des Hauses wird unter anderem durch das ihr zustehende Recht, Münzen zu prägen, ersichtlich. Seit dem Spätmittelalter sind Münzen der Landgrafen von Leuchtenberg bekannt. Auf manchen wird ihr Wappen mit dem blauen Balken im silbernen Feld gezeigt.
Landgraf Ulrich I. (gest. 1334) erwarb 1332 den Ort und spätere Stadt Pfreimd im heutigen Landkreis Schwandorf.
Unter den Nachfolgern Ulrichs I., den Landgrafen Ulrich II. und Johann I., kam es 1366 zu einer Teilung der Landgrafschaft. Ulrich II. erhielt die Feste Leuchtenberg und die Herrschaft Pfreimd, das er zur neuen Residenz ausbaute, und Johann I. u.a. Pleystein, Reichenstein und Grafenwöhr.
Großer Zugewinn brachte Landgraf Johann I. (gest. 1407) durch die Erbschaft der Grafschaft Hals, heute Stadtteil von Passau, im Jahre 1375 an die Familie. Die Edlen "de Halze" erscheinen bereits 1072 in den Urkunden. Ihre Güter gingen um 1192 an die Herren von "Chamb", welche die neue Linie der Herren von Hals begründeten. König Rudolf von Habsburg (1218-1291) erhob sie 1280 in den Stand von Reichsgrafen. Nach dem Tod des Grafen Leopold von Hals traten die Landgrafen von Leuchtenberg 1375 deren Nachfolge an. Wegen drückender Schulden musste die Grafschaft Hals jedoch bereits 1485 an Wilhelm und Johann von Aichperg verkauft werden. Die Landgrafen von Leuchtenberg behielten aber weiterhin den Namen und den Titel "Graf von Hals".
Im vermehrten Wappen der Landgrafen von Leuchtenberg, wie es etwa bei Siebmacher gezeigt wird, scheint heraldisch links das Wappen der Grafen von Hals auf: Im Blauen Feld ein silberner Balken. Als Helmzierde ein geschlossener Adlerflug belegt mit der Schildfigur. Die Decken weiß und blau.
Seit dem 15. Jh. galten die Landgrafen von Leuchtenberg als Reichsfürsten. Die in der Oberpfalz gelegene Landgrafschaft Leuchtenberg zählte seit der auf dem Wormser Reichstag 1495 beschlossenen und ab 1500 umgesetzten Einteilung des Heiligen Römischen Reiches in Reichskreise zum Bayerischen Kreis. Die Landgrafschaft galt als reichsunmittelbares Reichslehen.
Für Franken erlangte Landgraf Johann V. von Leuchtenberg (gest. 1487) besondere Bedeutung. Seine Frau, Gräfin Dorothea von Rieneck (gest. 1503), brachte Stadt und Herrschaft Grünsfeld, heute Landkreis Tauberbischofsheim, 1488 an die Landgrafen. Ein langer Rechtsstreit entbrannte, weil die Grafen von Rieneck den übergang der Herrschaft an die Landgrafen von Leuchtenberg nicht anerkennen wollten. Im Zuge der Auseinandersetzung wurde Grünsfeld 1502 dem Hochstift Würzburg als Lehen aufgetragen und so vor den Zugriffen der Grafen von Rieneck gesichert. Grünsfeld blieb bis zum Aussterben der Landgrafen von Leuchtenberg im Jahre 1646 in deren Händen.
In der Stadtpfarrkirche St. Peter und Paul in Grünsfeld befinden sich mehrere sehr qualitätsvolle Epitaphien und Wappendarstellungen der Landgrafen von Leuchtenberg:

-->Grabmal der Gräfin Dorothea von Rieneck (gest. 1503), verwitwete Landgräfin Johann von Leuchtenberg, wiederverheiratete Gräfin (Er-)Asmus von Wertheim (um 1453-1509), von Tillman Riemenschneider

-->Grabmal des Landgrafen Georg von Leuchtenberg III. (1502-1555)

-->Grabmal des Landgrafen Johann VI. von Leuchtenberg (1470-1531) und seiner Gemahlin Gräfin Margaretha von Schwarzburg (1482-1518) von Peter Dell d.ä. aus Würzburg

-->Taufstein aus dem Jahre 1618 mit einem Wappen der Landgrafen von Leuchtenberg und der Buchstabenfolge "WLZL" (wohl: Wilhelm Landgraf zu Leuchtenberg, 1558-1634)

-->Bronzeplatte mit dem Alliance-Wappen des Landgrafen Johann VI. von Leuchtenberg (1470-1531) und seiner Frau Gräfin Margaretha von Schwarzburg (1482-1518)

-->Bronzeplatte mit dem Alliance-Wappen des Landgrafen Georg III. (1502-1555) von Leuchtenberg und seiner Gemahlin Markgräfin Barbara von Brandenburg (1495-1552).

Grünsfeld gehört zu den ältesten Orten des Tauberkreises, der bereits im 8. Jh. in Urkunden genannt wird. Der Hl. Bonifatius soll die 1. Kirche "in villa Grunsfelde" gegründet haben. Ursprünglich gehörte der Ort zur Herrschaft Luden-Zimmern und seit 1213 durch Heirat den Grafen von Rieneck. Kaiser Ludwig der Bayer (1282-1347) erhob den Ort 1320 zur Stadt. 1488 kam die Herrschaft an die Landgrafen von Leuchtenberg.
Eine historisch bedeutende Persönlichkeit war Landgraf Georg Ludwig von Leuchtenberg (1563-1613). 1594 wurde er Reichshofratspräsident und seit 1601 war er am Kaiserhof in Prag tätig. Sein Portrait wird bei Dominicus Custos, Atrium heroicum Caesarum, regum, [...] imaginibus [...] illustr[atum]., Pars 1-4, Augsburg: M. Manger, J. Praetorius, 1600-1602, gezeigt.
Den unter Landgraf Wilhelm (1586-1634) als Folge des 30-jährigen Krieges einsetzenden Niedergang der Familie konnte Landgraf Max Adam von Leuchtenberg (1607-1646) nicht mehr aufhalten. Sein einziger Sohn mit Gräfin Maria Johanna von Helfensein (gest. 1665), Christoph Franz, starb am Tage seiner Geburt. Seine Tochter Landgräfin Mechthilde (1588-1634) war mit Herzog Albrecht VI. von Bayern (1584-1666) verheiratet. Landgraf Max Adam von Leuchtenberg starb als letzter männliche Nachkomme seines Geschlechtes in Nördlingen.
Die Güter der Landgrafen von Leuchtenberg nahmen nach ihrem Aussterben unterschiedliche Entwicklungen:
Die Herrschaft Grünsfeld fiel 1646 als würzburgisches Lehen zurück an das Hochstift. An der Kirche von Grünsfeld ist über dem Haupteingang das Wappen des Reichsfreiherrn Johann Philipp von Schönborn Kurfürst und Erzbischof von Mainz Bischof von Worms und Bischof von Würzburg (1605-1673) zu sehen. Aufgrund des Reichsdeputationshauptschlusses gelangte die Herrschaft 1803 zunächst an die Fürsten von Leiningen und dann an die Grafen von Salm-Reifferscheidt-Krautheim. 1837 kam die Stadt Grünsfeld an das Großherzogtum Baden.
Die in der Oberpfalz liegende und als Reichslehen geltende Landgrafschaft Leuchtenberg, unter anderem bestehend aus Leuchtenberg, Pfreimd, Wernberg, Luhe und Miesbrunn, war das bedeutendste Territorium der Oberpfalz, das nicht in den Händen der Wittelsbacher lag. Nach dem Tode von Landgraf Max Adam von Leuchtenberg fiel die Landgrafschaft 1646 an den Ehemann seiner Tochter Landgräfin Mechthilde, an Herzog Albrecht VI. von Bayern. Dieser gab das Territorium an Kurfürst Maximilian I. (1573-1651) weiter, der es wiederum seinem nachgeborenen Sohn Maximilian Philipp (1638-1705) als sog. Deputatfürstentum vermachte. Maximilian führte den Namen Herzog von Bayern und Landgraf von Leuchtenberg. Während des Spanischen Erbfolgekrieges verlieh Kaiser Joseph I. (1678-1711) im Jahre 1708 die Landgrafschaft als Reichslehen an die Fürsten von Lamberg. Nach dem Frieden von Rastatt fiel die Landgrafschaft 1712 / 1714 endgültig an Bayern. Um 1800 lebten etwa 7.000 Einwohner in der ca. 4 Quadratmeilen großen Landgrafschaft Leuchtenberg.
Die große historische Bedeutung des Hauses der Landgrafen von Leuchtenberg und ihres Territoriums macht verständlich, warum der König Max I. Joseph von Bayern 1817 dessen Tradition durch die Erhebung seines Schwiegersohnes zum Herzog von Leuchtenberg wieder aufleben ließ.

Dr. Egon Freiherr v. Ellrichshausen

Zur Geschichte der

Herzöge von LEUCHTENBERG

Im Jahre 1806 heiratete Vicomte Eugène-Rose de Beauharnaise (1781-1824), Stiefsohn Kaiser Napoleons I. (1769-1821), seit 1805 Französischer Prinz und Vizekönig von Italien, Prinzessin Auguste Amalie von Bayern (1788-1851), die Tochter von König Max I. Josef von Bayern (1756-1825). 1807 wurde er von seinem Stiefvater adoptiert und als Erbe des Französischen Thrones eingesetzt. Nachdem Kaiser Napoleon 1815 gestürzt worden war, erhob König Max I. Joseph seinen Schwiegersohn 1817 zum Herzog von Leuchtenberg und Fürsten von Eichstätt, verbunden mit dem persönlichen Prädikat "Königliche Hoheit" und dem erblichen Prädikat "Durchlaucht" für die gesamte Nachkommenschaft.
Die Landgrafschaft Leuchtenberg war 1646 im Erbwege und das Reichsfürstentum und Bistum Eichstätt war 1803 im Wege des Reichsdeputationshauptschlusses an Bayern gekommen. Wie früher oft praktiziert, erinnerte man sich der großen Tradition reichsfreier Häuser und vergab deren Namen an neue Familien, die meist mit dem jeweiligen Herrscherhaus in enger Beziehung standen, aber nicht thronfolgeberechtigt sein sollten. So auch in diesem Falle.
Die Familie de Beauharnais steht in keinem genealogischen Zusammenhang mit den reichsfürstlichen Landgrafen von Leuchtenberg. Im Jahre 1398 werden die aus dem Orléanaise stammenden Herren de Beauharnaise mit Guillaume de Beauharnais, Seigneur de Miramon et de la Caussee erstmals urkundlich genannt. 1759 erlangt die Familie den Stand eines Comte des Roches-Baritaud (Departement Loire-et-Cher) und 1764 den Stand eines Marquise de La Fertè Beauharnais.
Alexander Vicomte de Beauharnais (1760-1794 guillotiniert; er führte als nachgeborener Sohn nicht den Titel eines Marquis) war verheiratet mit Josephine Tascher de la Pagerle (1763-1814). Aus der Ehe entstammten Eugène-Rose und Hortense. Nach der Scheidung der Eltern lebte Eugène-Rose bei seiner Mutter und Hortense bei ihrem Vater. 1796 heiratete Josephine Napoleon Bonaparte. Als sich Napoleon 1804 selbst zum Kaiser der Franzosen machte, erhob er zugleich seine Frau zur Kaiserin der Franzosen.
Aus der Ehe von Eugène de Beauharnaise 1. Herzog von Leuchtenberg Fürst von Eichstätt und Auguste von Bayern entstammten 7 Kinder: Carolina verstarb 1806 gleich nach der Geburt. Joséphine jr. (1806-1876) war mit König Oskar I. von Schweden verheiratet, Eugènie (1808-1847) mit Fürst Konstantin von Hohenhzollern-Hechingen, Auguste (1810-1835), 2. Herzog von Leuchtenberg, mit Gloria Königin von Portugal, Amélie (1812-1873) mit Dom Pedro I., Kaiser von Brasilien, und Théodelinde (1814-1857) mit Herzog Wilhelm von Urach.
1826, als Auguste de Beauharnaise 2. Herzog von Leuchtenberg Fürst von Eichstätt Chef des Hauses war, "mehrte" der König von Bayern das Wappen der Herzöge von Leuchtenberg.
Maximilian (1817-1852) führte als 3. Herzog von Leuchtenberg das Haus fort. Er war mit Marija Nikoljewna Romanowa (1819-1876), Großfürstin von Russland, Tochter des Zaren Nikolaus I. (1796-1855), verheiratet. 1839 wurde sein Wappen mit dem Kaiserlich Russischen Adler "gemehrt" und 1843 erhielt er das persönliche Prädikat "Kaiserliche Hoheit". Maximilian verpflanzte die Familie von Deutschland nach Russland.
Von seinen 5 Kindern erlangte Nikolaus de Beauharnais (1843-1890), seit 1852 der 4. Herzog von Leuchtenberg, die Erhebung zum Russischen Fürsten Romanofsky, verbunden mit dem erblichen Prädikat "Kaiserliche Hoheit" für sämtliche Nachkommen.
Nach dem Ende des 1. Weltkrieges bezog die aus Russland vertriebene Familie ihren Besitz im ehemaligen Kloster Seeon, Chiemgau, in Bayern. Aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung mussten die Güter 1934 veräußert werden. Nachkommen leben heute in Deutschland, Frankreich und übersee. Mehrere Familienmitglieder sind auf dem kleinen Friedhof von St. Walburg neben dem Kloster Seeon bestattet. Neben ihnen auch die angebliche Tochter des letzten russischen Zaren Anastasia (1896-1984).

Dr. Egon Freiherr v. Ellrichshausen


Quelle: Otto Titan von HEFNER und Gustav Adalbert SEYLER, Die Wappen des bayerischen Adels. J. Siebmachers großes Wappenbuch, Band 22, Neustadt an der Aisch: Bauer & Raspe 1996.