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von Metternich-Müllenark
von Metternich-Burscheid
von Metternich-Winneburg und Beilstein


Quelle: Aschaffenburger Wappenbuch

Metternich-Winneburg

Der Stammsitz dieses uralten, mit denen von Bulich, von Friemersdorf und von Homberg stammgenossenen Geschlechtes war der Ort Metternich am Schwarzbach bei Euskirchen. Ursprünglich ein lehnbares Burgmannengeschlecht hatte es das Glück, einen seines Namens Lothar 1599 - 1623 den Trierischen Kurfürstenstuhl besteigen zu sehen und seit dieser Zeit, welcher glückliche Heiraten, eifrige Unterstützung durch das Haus Habsburg, die Erwerbung der Reichsherrschaften Winneburg und Beilstein an der Mosel (1652) folgten, fiel den Metternich, allerdings nicht ohne Verdienst der einzelnen Glieder des Geschlechtes selbst, eine Fülle von Macht, Einfluß, Reichtum und Ehren zu.

Die ersten Metternich’s, denen wir urkundlich begegnen, sind die Gebrüder Heinrich und Conrad von Metternich, 1408 als Burgmannen zu Hammerstein. In diesem Jahr belehnt dieselben ihr Herr, Burggraf Heinrich von Hammerstein mit Weinernten zu Sinzig und 1420 der Kurfürst von Trier die Gebrüder Friedrich und Walrab von Metternich mit dem kleinen (noch erhaltenen) Burghaus neben der Kirche zu Hammerstein.

Um 1400 kaufte ein Carl von Metternich von Wilhelm von Daun das Gut (nicht Herrschaft) Zievel im Jülich’schen und übersiedelte hierher.

Während sein 1418 urkundlich erscheinender Sohn Johann Zievel erbte und die Stammreihe fortsetzte, brachte des anderen Sohnes Carl II Erbtochter Sibylla das Stammgut Metternich an ihren Gemahl Godard Wolf von Gudenberg und dessen Nachkommen nahmen in Folge dessen davon den Beinamen: Metternich an.

Johann von Metternich hatte 2 Söhne. Von diesen erlangte Otto, Herr zu Niederberg im Herz. Jülich und zu Heistert, das Erbtürhüteramt des Erzstifts Köln und stiftete die Speziallinie Niederberg, deren Glieder sich zuletzt des Freiherrntitels bedienten und welche mit Johann Friedrich Freih. von Metternich zu Niederberg, H. und Schirpen, Kurpfälzischer Oberjägermeister, welcher 1706 ohne männliche Erben starb, erlosch.

Die Hauptlinie zu Zievel wurde durch Johann II. (Ottos Bruder) fortgesetzt, welcher 2 Söhne, Carl und Ludwig, hinterließ.

Letzterer stiftete gleichfalls eine Nebenlinie und zwar verzweigte dieselbe sich durch seine Enkel: Friedrich (1548) Herr zu Nieder-Wig. Broell und Heddesdorf und Heinrich, Herrn zu Rammelshofen und Müllmarck (im Herz. Jülich) in die Linie zu Rodendorf, welche bald erlosch und zu Müllmarck-Rammelshofen.

Aus Letzterer erscheint des Stifters Urenkel Johann Wilhelm mit dem Freiherrntitel, obwohl das in Wien liegende Konzept des am 12. Dezember 1670 ihm ausgestellten Freiherrndiploms, worin er: "Metternich zu Müllmarckh, Herr zu Ramelshofen, Kurtrier- und Pfalz-Neuburgischer Geheimer Rath, Hofgerichtspräsident und Amtmann zu Boppard, Wesel und Wellwich" genannt und ihm das Prädikat "Wolgeboren" verliehen wird, die Bezeichnung: "nulla expeditio" (also: "nicht ausgefertigt") trägt. Auch sein Sohn Carl Kaspar Hugo († 1738) Erbmarschall von Luxemburg, Kurpfälzischer Geheimer Rat und Oberamtmann zu Düren, sowie dessen Söhne, von denen der älteste Hugo Wolfgang Franz, Herr zu Müllmarckh, Ramelshofen, Burscheid und Esch in Luxemburg (erheiratet durch seine Mutter: Sophie Therese, Freiin von Metternich-Zievel-Burscheid (s. unten), auch Herr zu Fornich und Neckarsteinach, Kurpfälzischer Hofrat und Kämmerer, Amtmann zu Düren, Pyr und Merken, Erbmarschall von Luxemburg (erheiratet mit Esch) war und 1753 ohne männliche Sprossen verstarb somit diese Nebenlinie beschloß, bedienten sich des Freiherrntitels.

Carl (der Bruder des ebengenannten Ludwig), erwarb Sommersberg und † 1496. Sein ältester Sohn Edmund erheiratete mit Amalie Kolff zu Vettelhofen die Hälfte dieser Herrschaft und setzte die Hauptlinie fort, wogegen der andere Sohn Dietrich: Zievel erbte und durch Margarethe von Nickenich die Herrschaft Burscheid in Luxemburg erheiratete. Zievel ging auf dessen jüngeren Sohn Gotthard über und kam durch die Erbtochter seines Enkels Heinrich Hartard von Metternich an deren Gatten Wilhelm von Efferen. Von Gotthards Bruder: Stephan, stammte in dritter Generation (Urenkel): der "Freiherr" genannte Lothar Friedrich von Metternich, geb. 1617, welcher 1647 Bischof zu Speyer, 1652 zu Worms war, 1673 zum Erzbischof und Kurfürsten von Mainz erwählt wurde und 1675 starb.

Er war der älteste Sohn Johann Gerhards von Metternich, Herrn zu Burscheid und Esch (in Luxemburg) und hatte noch einen Bruder Wolfgang Heinrich, welcher (geb. 1624) die väterlichen Güter erbte, d.d. 14. April 1664 zum Edlen Frey- und Panierherrn des heiligen Römischen Reiches und der kaiserlichen Erblande, mit Prädikat "Wolgeboren" erhoben wurde, 1674 das Erzmarschallamt von Luxemburg erhielt, aber am 15. Dezember 1699, nachdem alle seine Söhne vor ihm gestorben, als der Letzte Mann der Linie Burscheid starb (die Güter kamen durch seine Schwester Sophie Therese an die Linie Müllmarckh, siehe oben).

Von dem obengenannten Edmund (Bruder Dietrichs, Stifter der Linie zu Burscheid) stammten 3 Söhne. Von diesen erbte Dietrich: Sommerberg und Scherffen und dessen Enkel: Johann Reinhard, († 1712, welcher zuerst von dieser Linie mit dem Freiherrntitel vorkommt), erwarb Chursdorf in der Mark Brandenburg, nachdem er sich mit der Tochter des Johann Ernst von Bornstädt vermählt hatte. Er scheint Protestant gewesen zu sein, denn sein Sohn Ernst wurde auf dem Sterbebett (am 27. Dezember 1727) wieder katholisch.

Derselbe (geb. 1657) hatte (er wird im Diplom "Freiherr" tituliert), als Kurbrandenburgischer Geheimer Rat d.d. Laxenburg 28. Mai 1696, den Grafenstand für Reich und Erblande, das Prädikat: "Hoch- und Wolgeboren", Wappenbesserung, sowie die Bewilligung erhalten, im Reich und den Erblanden adelige Landgüter zu besitzen, sich davon zu nennen und deren Wappen zu führen, nebst dem privilegio de non usu und hinterließ aus seiner Ehe mit Maria Anna Baronesse von Regal 2 Söhne, Ernst Eberhard (geb. 1691, † 1717) und Ernst August (geb. 1694, † 1720). Letzterer hatte noch (wohl nach Erwerbung Böhmischer Güter) d.d. Wien 15. Oktober 1716 das Incolat im Böhmischen Herrenstande mit Prädikat: "Hoch- und Wolgeboren" erhalten. Da von einer Deszendenz aber nirgends etwas zu finden, so muß angenommen werden, daß er der letzte Mann dieser Linie gewesen ist.

Wir gehen nunmehr zu der Linie Vettelhofen, die, wie oben gezeigt, Johann von Metternich, † 1571, II. Sohn gedachten Edmunds stiftete, über dessen Sohn III. Ehe, war der zu Anfang erwähnte Lothar von Metternich, seit 1599 Erzbischof und Kurfürst von Trier.

Derselbe kaufte, als im Jahr 1616 die Freiherren von Winneburg und Beilstein ausgestorben und ihre reichsständischen Herrschaften Winneburg (auf dem Hunsrück) und Beilstein (an der Mosel) als Reichsafterlehen dem Erzstift Trier heimgefallen waren, einen Teil derselben, mit Sitz- und Stimmrecht beim Westfälischen Grafenkollegium und belehnte damit die Söhne seines Bruders Johann Dietrich († 1625).

Dieselben wurden in Folge dessen d.d. Wien 28. Oktober 1635 als "Edle Frey- und Panierherren von Metternich", mit dem Titel "Wolgeboren" und der Bewilligung, sich von den im Reich und den Erblanden zu erwerbenden Gütern und Herrschaften zu nennen und aller hiermit verbundenen Rechte des Landes zu genießen, in des heiligen Römischen Reiches und der Erblande "altem Herrenstand" erhoben.

Es waren dies die Gebrüder: Johann Reinhard, Domprobst zu Mainz und Statthalter zu Halberstadt, Karl † als Domherr und Chorbischof zu Trier, Emmerich † als Probst zu Trier, Domherr zu Worms und Paderborn, Wilhelm († als kaiserl. Kämmerer, Hof- und Kriegsrat, Spanischer Oberst und Burggraf zu Eger) und Lothar, kaiserl. Generalwachtmeister und Oberst zu Roß und zu Fuß († 1663).

Dieselben erhielten d.d. Linz 20. März 1646 auch die Bestätigung dieses Diploms, nebst Incolat im Herrenstand Böhmens und d.d. 28. Mai 1654 die Verleihung des Prädikats: "Freiherren von Winnenberg und Baylstein".

Wilhelms Sohn: Philipp Emmerich, Herr zu Königswart, Gaulsstein, (i.e. Geilsheim am Rhein), und Beerburg († 1698), Erbkämmerer des Stifts Mainz (ihm verliehen durch seinen Bruder Carl Heinrich, Bischof von Worms und seit 9. Juli 1679 Erzbischof und Churfürst von Mainz († 26. Sept. 1679) Burggraf von Eger, kaiserl. Kämmerer und Generalfeldzeugmeister der Artillerie, Oberst eines Infanterie-Regiments, Kommandant von Glogau, kurmainz. Kammerherr und kurtrierischer Geheimer Rat, erlangte d.d. Wien 20. März 1679 nebst seiner Schwester Anna Magdalena († 1697), Witwe Lothar Johanns, Freiherr von Waldbott zu Bassenheim und Anna Margaretha († 17..), verm. an Franz Freiherrn von Sickingen zu Sickingen, sowie seinem Vetter Dietrich Adolf (Sohn Lothars, des jüngsten der obengenannten 5 Brüder), Herrn zu Zapfer und Königsberg, Königswarth, Schüben und Berglass († 24. Dez. 1695 ohne Erben), den Grafenstand für Reich und Erblande, mit Prädikat "Hoch- und Wolgeboren", die Erhebung der Herrschaften Winneburg und Beilstein zu einer des hl. Römischen Reichs freien unmittelbaren Grafschaft, Erteilung der Eigenschaft und der Rechte eines unmittelbaren Reichsstandes des Westfälischen Kreises an die Inhaber dieser Herrschaften und die Bewilligung, Gold- und Silbermünzen zu schlagen; die Intimation dieses Diploms bei den kaiserlichen Erblanden erfolgte d.d. Prag 23. Dezember 1679, sowie eine fernere Bestätigung dieses Diploms mit Prädikat für Böhmen d.d. Wien 16. Februar 1682 (für die beiden Männer). - Beilstein und die übrigen Allodien fielen nach Dietrich Adolfs Tod (1695) ebenfalls an Philipp Emmerich.

Philipp Emmerich’s († 1695) Urenkel: Johann Hugo Franz (geb. 1710, † 1750), Herr der Herrschaft Königswart in Böhmen und des Gutes Flehingen im schwäbischen reichsritterschaftlichen Kanton Kraichgau, sowie diverser Besitzungen im reichsritterschaftlichen Kanton Niederrhein, hinterließ aus seiner 1. Ehe mit Maria Theresia Marquise von Hoensbroech einen Sohn: Franz Georg Carl Jos. Joh. Nepomuk (geb. 1746, † 1818).

Derselbe war seit 1773 Kaiserl. bevollmächtigter Minister bei den Geistlichen Kurhöfen und am Westfälischen Kreis, 1790 Kurböhmischer II. Wahlbotschafter bei der Krönung Kaiser Leopold II., 1791, 93 und 94 bevollmächtigter dirig. Minister in den österreichischen Niederlanden, 1797 kaiserlicher Prinzipalkommissär beim Reichsfriedenskongress zu Rastadt.

Er verlor durch den Frieden von Luneville seine reichsständischen und ritterschaftlichen Besitzungen auf der linken Rheinseite und wurde durch den Reichsdeputationshauptschluß hinsichtlich der Reichsgrafschaften Winneburg-Beilstein (3 Quadratm.) durch die Reichsabtei Ochsenhausen, mit Ausnahme des Amts Thanheim (2. 7/10 Quadratm.) nebst Reichsstandschaft entschädigt.

Der Kaiser Franz II. erhob ihn hierauf mittelst Diploms d.d. Wien 30. Juni 1803 als "Fürst von Metternich-Winneburg und Ochsenhausen" in des heiligen Römischen Reiches Fürstenstand, unter Erhebung des ihm gehörigen Gebietes von Ochsenhausen zu einem Fürstentum, Verleihung einer Fürstlichen Virilstimme im Reichsfürstenrat und Wappenbesserung für ihn, nach seinem Ableben für seinen ältesten Sohn und forterbend in der Primogenitur. Ochsenhausen wurde 1806 (bestätigt 1815 durch den Wiener Kongress) als Standesherrschaft dem Königreich Württemberg unterworfen, aber am 5. März 1825 von seinem Sohn für 1,300000fl an dasselbe verkauft.

Fürst Franz Georg Carl hinterließ aus der Ehe mit Maria Beatrix, Gräfin von Kageneck 2 Söhne, von denen der jüngere: Graf Joseph, geb. 1774, 1830 ohne Kinder starb.

Der ältere, Fürst Clemens Wenzel Joh. Nepomuk Lothar, geb. 15. Mai 1773 war der berühmte österreichische Staatskanzler, dem Deutschland im Wiener Kongress vornehmlich seine neue Gestaltung verdankte. Zuerst k.k. österreichischer Wirkl. Geheimer Rat und Kämmerer, 1797 Gesandter des westfälischen Grafenkoll. in Rastatt, 1800 bevollm. Minister in Berlin, 1806 Botschafter in Paris, seit 1809 Staats- und Konferenzminister, dann dirig. Minister des Auswärtigen und Präsident der Ministerialkonferenzen für innere Angelegenheiten, führte, nachdem er 1813 kaiserlicher Bevollmächtigter zu Prag und Teplitz, 1814 beim Pariser Frieden, dann Präsident des Wiener Kongresses und beim zweiten Pariser Frieden (1815), bei den Kongressen zu Chaumont (1814), Aachen (1818), Troppau (1820), Laybach (1821) und Verona (1822) gewesen, seit dem 25. Mai 1821 den Titel: kaiserlicher Haus-, Hof- und Staatskanzler, legte am 13. März 1848 seine sämtlichen ämter nieder und starb am 12. Juni 1859.

Kaiser Franz Joseph I. von österreich verlieh ihm d.d. Rötha 20. Oktober 1813 (Diplom de eodem) als Gnadenzeichen das österreichisch-Lothringische Wappen zu dem seinigen, erhob d.d. Wien 1. Dez. 1814 seine Schwester Pauline (geb. 1771, † 23.6.1855, verm. an Ferd. Friedr. Herzog von Württemberg) in den österreichischen Fürstenstand und erteilte ihm im Juli 1816 für sich, seine direkten männlichen, dann auch weiblichen Nachkommen nach Erstgeburtsrecht das Erbeigentum von Schloß und Domäne Johannisberg im Rheingau.

d.d. 19. Februar 1816 wurde er vom König Ferdinand I. beider Sizilien zum Sizilianischen Herzog, mit einer Grundgüterdotation von jährlich 60000 neap. Dukaten erhoben und ihm d.d. 1. August 1818 der Titel Duca di Portella (zum Andenken an den Ort, bei welchem im Jahr 1813 das österreichische Heer zuerst das Königreich Neapel betrat) verliehen. Er besaß fast alle europäischen Orden.

Ihm folgte bei seinem Tod, da der älteste 1803 geborene Prinz Victor bereits 1831 verstorben war, der zweite Sohn Prinz Richard (geb. 1829). Da derselbe indess keine Söhne hinterläßt, so wird bei seinem dereinstigen Ableben der dritte Sohn, Prinz Paul (geb. 1834) respective dessen 1869 geborener Sohn Prinz Clemens in der Fürstenwürde succediren.

Religion ist die Römisch Katholische. Titel: Fürst von Metternich-Winneburg, Herzog zu Portella, Graf von Königswart. Besitzungen: außer Johannisberg: reiche Herrschaften in Böhmen und Mähren.

Wappen

Nach der Erwerbung von Beilstein wurde das Wappen dieser Familie als Rückschild angenommen; die Figur in II. teils als Zickzackbalken, teils als Schrägstrom; von teils nur sechs, teils zehn Kreuzchen begleitet; die Jagdhörner kommen stets ohne Bänder vor, erst im Fürstlichen Wappen sind dieselben adoptiert.

Das Wappen der 1696 gegraften, wieder erloschenen Linie hat den Stammschild einem vom Reichsadler in Gold und einem blauen Feld, darin ein gesenkter goldener Anker gevierten Hauptschild als Herzschild auferlegt. Auf dem Schild 3 Helme, deren linker mit "Kurhut" gekrönt, den Anker zwischen 2 von blau und gold übereckgeteilten Büffelhörnern zeigt. Helm I trägt den Schwanenrumpf, Helm II den Reichsadler.

Decken: rechts: schwarz-silbern, links: blau-golden.