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Notthafft / Notthaft / Nothaft / Nothafft
Nothaft von Frauenberg
Nothaft von Hohenberg
Nothaft von Hohenburg
Nothaft von Liebenstein
Nothaft von Rembs
Nothaft von Türstein
Nothaft von Weißenstein
Nothaft von Wernberg
Nothaft von Wildtstein


Quelle: Johann Siebmachers Wappenbuch


Quelle: Scheibler'sches Wappenbuch

Weitere Info:
Historische Familienwappen in Franken von Eugen Schöler

Siehe auch von Brandt von Schirnding, von Hohenberg, von Liebenstein.


Verschiedene Varianten/Linien der Notthafft:
Seite 7, Grafen und Herrn

Seite 39, Herrn und Freiherrn

Seite 78, Bayrische

Seiten 82 und 112, Schwäbische

Seiten 125-126, die Herrn Nothafften in Bayern, Nordgau, Franken und Schwaben

Quelle: Johann Siebmachers Wappenbuch, erneuertes und Vermehrtes Wappen-Buch. Faksimiledruck der Ausgabe von 1701 / 1703

Ehewappen Fugger - Notthaft

Quelle: Das geheime Ehrenbuch der Fugger

Der Name Notthafft

Der dtv-Atlas Namenkunde zählt den Namen Nothaft zu den aus einem Übernamen gebildeten Familiennamen. Im engeren Sinne wird der Begriff "Übername" dabei als Beiname definiert, der nicht zu den Herkunfts-, Wohnstätten- oder Berufsnamen gehört, sondern aus körperlichen, geistigen, charakterlichen Merkmalen eines Menschen oder aus Ereignissen seiner Lebensgeschichte gewonnen ist.1 In der Tat erklärt Matthias Lexers mittelhochdeutsches Taschenwörterbuch das Adjektiv "nôthaft" als "nôt habend, leidend, bedrängt, dürftig".2 Alfred Götze setzt das Wort "nothaft" in seinem frühneuhochdeutschem Glossar mit "notwendig" gleich.3
Eine weitere Erklärung fügt das Deutsche Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm hinzu wo es unter anderem heißt: "NOTHHAFT, f., nôthaftî necessitas und tribulatio (GRAFF 2, 1041); nothwendige haftbarkeit, bürgschaft: die nothhaft der verwandten. MÖSER 5, 30 (vergl. 29: das eigentliche wehrgeld eines erschlagenen gehörte dessen nächsten verwandten, wenn er keinem herrn angehörig gewesen war, diese waren jedoch nun auch dagegen verbunden, für ihn zu haften); ein nothfall, der eine rechtmässige entschuldigung abgibt, im plur. die nothhaften (wie ehehaften) ADELUNG."4
Graf Johann Heinrich Notthafft von Wernberg (1604-1665), der sich ausgiebig mit der Bedeutung und Herkunft seiner Familie und seines Namens beschäftigte, war sich sicher, daß sich dieser sicher nicht von materieller Not ableiten ließe; die Familie lebte längst in Reichtum und war hoch angesehen. Der Anlaß zur Führung und Beibehaltung des merkwürdigen Beinamens mußte ein anderer gewesen sein. Er meinte dazu, daß er erst kürzlich in der Schweiz erfahren habe, daß "nothaft" soviel wie "ehrenfest und mannhaft" bedeute. Und so habe sich einer seiner Vorfahren wohl mannhaft und ehrenfest im Krieg bewährt. In ähnlicher Weise erklärt auch Franz Notthafft Frhr. v. Weißenstein in seiner in den Jahren 1874-1903 erarbeiteten Familiengeschichte (S. 77) die Etymologie seines Familiennamens als "durch Kampfnot verbunden" oder "die Kampfnot habend" und bringt damit auch (S. 76) den blauen Balken des Wappens, als "eine Hefte, die aus Not auf den Schild gelegt war" in Verbindung. Eine Namenserklärung aus bürgerlicher Tradition besagt, daß ein "Nothaft" jemand sei, der für einen andern in der (finanziellen) Not haftet, also eine Bürgschaft leistet. Den Streit für den von "Not" bedrängten Nächsten und für die Aufrechterhaltung von Ordnung und Recht thematisiert auch ein Rebus, der auf den Namen Nothaft gemacht wurde; Franz v. Notthafft hat ihn in seiner Familiengeschichte überliefert:

"Wen meine Erste schmerzlich drücket
Ruft fremde Hülfe gerne an.
Wer gerne hülft, wo er sie blicket
Den nenn ich einen braven Mann.
Wer wider Ordnung und Gesetze streitet
Für den ist meine Zweite schon bereitet.
Das Ganze darf ich Dir kaum nennen -
Du wirst wohl diesen Namen kennen."


Johann Dresslin berichtet in seinem 1660 verfassten "Stemma Nothafftianum" (fol. 65b), einer umfangreichen Notthafft'schen Familienchronik, deren Manuskript heute im Bayerischen Hauptstaatsarchiv München aufbewahrt wird, daß Johann Sigmund Prechtl von Sittenbach, der zu Beginn des 17. Jahrhunderts an der Familiengeschichte der Notthafft arbeitete, in alten Briefen, vermutlich im Archiv des Klosters St. Emmeram, bereits zum Jahr 984 einen Grainoldum oder Grimoldum dict[us] (= genannt) Nothafft als Urkundenzeuge gefunden habe. Im Egerland erscheint die Familie 1166 mit Adalbertus Nothaft. Fast ausschließlich in dieser Schreibweise - hin und wieder latinisiert in Nothaftus oder Nothafti - erscheint der Name bis zum Ende des 14. Jahrhundert; dann beginnt sich in den Quellen die Schreibweise Nothafft zu häufen. Seit 12255 tritt der Name in der Regel mit dem Ortsnamen des Sitzes der betreffenden Person in Zusammenhang, so daß sich unterschiedliche Linien heraus kristallisieren. Beispielsweise erscheinen am 25. Oktober 1298 Albertus de Valkenau dictus Nothaft und Eckhard de Wildstein dictus Nothaft als Zeugen in ein und derselben Urkunde. Wahrscheinlich zur Unterscheidung von den immer häufiger werdenden bürgerlichen und bäuerlichen Namensträgern setzte sich seit dem 16. Jahrhundert die noch heute gebräuchliche Schreibweise des Adelsnamens "Notthafft" durch. Durch die Urkunde über die Eintragung in die Freiherrnklasse der Adelsmatrikel des Königreichs Bayern vom 13. September 1813 wurde die Schreibweise "Notthafft Freiherr von Weißenstein" festgelegt.
Die Historikerin Maria Heitland, die sich seit 1982 mit den "Nothaften" beschäftigt, stellte in den 80er Jahren in einer großangelegten Telefon-Aktion fest, daß die bürgerlichen Namensträger "Nothaft", "Nothhaft", "Notthaft", gleich wo sie in Deutschland wohnten oder sich aufhielten, in der Regel aus dem oberpfälzischen oder niederbayerischen Raum stammten und zwar aus den Gegenden, in denen früher auch die adelige Familie Notthafft ansässig war. Im Jahr 2000 waren im amtlichen deutschen Fernsprechverzeichnis 348 Namensträger "Nothaft", 86 Namensträger "Nothhaft" aber nur 2 Personen mit der adeligen Schreibweise "Notthafft" vertreten.
Autor: Harald Stark, März 2001

1 Konrad Kunze, dtv-Atlas Namenkunde - Vor- und Familiennamen im deutschen Sprachgebiet, München 1999, S. 139
2 Matthias Lexers mittelhochdeutsches Taschenwörterbuch, Zürich 1951, S. 153
3 Alfred Götze, Frühneuhochdeutsches Glossar, Bonn 1920, S. 168
4 Jacob und Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch, Bd. 7, Leipzig 1889, Sp. 938
5 Albertus nothaft de wiltstein bezeugt 1225 einen Vertrag zwischen den Vögten von Weida und den Brüdern Hartmann und Hermann von Lobdaburg wegen des Patronats über die Kirchen zu Greiz und Elsterberg.
 

Vom sagenhaften Ursprung der Familie Notthafft

Die alten Notthafftischen Familienchronisten beginnen den Stammbaum der Familie mit dem Friesenfürsten Radipold, der im Heer Karls des Großen gegen Böhmen zog und so in den Nordgau kam. Die Sage berichtet, daß er dort sein Herz an "eins edlen Ritters Kind", die wunderschöne Else verlor. Er entführte sie aus dem elterlichen Schloß, verlor sie aber im Wald und irrte, nach ihr suchend, längere Zeit umher. Zwischenzeitlich hatte die schwangere Else drei Kinder geboren, die von einer Hirschkuh gesäugt wurden. Auf der Jagd traf er prompt auf dieses Tier, das ihn zu seiner geliebten Else und ihren drei Knaben brachte. Den Berg, wo Radipold Elsa mit den Kindern fand, nannten seine Ritter den Elsenberg, auf welchem Radipold das Schloß Hirschstein erbaute; durch seine drei Söhne aber sei er der Ahnherr der Familien Hirnheim, Nothaft und Warter geworden.
Überliefert ist diese Geschichte durch das "alt lied vom ritter Radibolt und von der zerstörung der vesten Hirschstain", das 1848 von Karajan in der von Moritz Haupt herausgegebenen "Zeitschrift für Deutsches Altertum" (6. Band, Leipzig 1848, S. 59 ff.) veröffentlicht worden ist. Er hatte es in einer von dem Würzburger Geheimschreiber Johann Wolfgang Fabricius verfassten Handschrift aus dem 17. oder 18. Jahrhundert entdeckt, die sich mit dem Geschlecht der von Egmont, Hirnheim, Katzenstein, Flochberg, Elßenberg und anderen beschäftigte. Dieses Manuskript war 1841 bei einer Auktion in Wien versteigert worden; den Käufer konnte Karajan allerdings nicht angeben. Wie es im Nachsatz zum Liedtext heißt, war derselbe mit anderen Hirnhaimbischen und Elsenbergischen Dokumenten in einem verfallenen Turm der Burg Hirschstein gefunden worden. Wahrscheinlich handelt es sich hier um die Burgruine Hirschstein (heute tschech. Stary Herstejn) die sich jenseits der tschechischen Grenze auf einem markanten Gipfel der Stockauer Berge zwischen dem bayerischen Oberviechtach und dem tschechischen Ronsperg (tschech. Pobezovice) erhebt. Johann Dresslin berichtet in seinem "Stemma Nothafftianum" (Notthafft-Archiv Lit. 903, fol. 38', 39):
"Die Vesten Hirschstain {Bohemis Herrstein} an dem Böhaimer Waldt, nechst bey WaldtMünchen gelegen. Item die Vesten Hirschberg {daran noch vor wenig Jahren daß Nothafftische Wappen Zuerkhennen gewest}, auch die nicht weith daruon entlegene Vesten Königsperg {iezt alle drey Rudera}, solle Vermög obangeZogenen Kaysers Maximiliani Vrthls vom 8. April Ao. 1511, sub. No. ... wie auch deß Hirnheimbischen Theillbriefs sub No. 16, schon vor 800 Jahren weyl. Herr Radipoldus IIdus Zu coercirung der Böhaimben, neben noch vill annderen Castellen oder Vesten, nach Lenge deß Waldts von Eger an, biß in Österreich erpauet vnnd sonnderlich dise {wie herentgegen den Herren von Egmondt die Herrschafft Egmondt in Niderlandt, So Er von seinem Bruedern Gondebaldo ererbt} denen Herren Nothafften Zuegeaignet haben, von denen Sie aber Zeitlich auf die Mitanverwandte Herrn von Hirnheimb vnnd Elsenberg gerathen, auch bey Ihnen solang Verbliben, biß solche Ao. 1484 vonn Pfalz Graf Philipps Haubtman, Einem von Wirsperg, der Landtsesserey halber in der Heyl. Christnacht contra inducias überfallen, Eingenom[m]en vnnd alles, so darauf gewesen, bis an einen Knaben, Peter genandt, ermordet worden."
Eine interessante Ergänzung hierzu liefert Wiguläus Hundt im dritten Teil seines Stammenbuchs (Dr. Wiguleus Hundt's bayerischen Stammenbuchs Dritter Theil, S. 391): "Anno 1498 (sind) Caspar und Benedickt Hohenkircher durch Hansen Nothaft, Heinrichen von Wallerfels (wohl Waldenfels!), Wilhelmen von Schönstein und die Wildensteiner auf den Ritt niedergeworfen und zu Eger auf den Hals gefangen worden, dann sie haben dem Geschlecht von Elsenberg, als Pfalzgraf Philipp ihr Vesten Hirnstein betrüglich erobert und zerstört, entzwischen an den Güttern in der Höll grossen Schaden zugefügt. Der Nothhaft und seine Helfer haben sich Peter Elsenbergs, ihres Vetterleins angenohmen. Die Hohenkircher gaben ein Brief, ist noch vorhanden, und seinn auf Herzog Sigmundt(s) Vorbitt ledig worden."
Das im Bayerischen Hauptstaatsarchiv München bewahrte Notthafft-Archiv enthält eine 1642 gefertigte beglaubigte Abschrift einer Urkunde (Notthafft-Archiv U 33), nach welcher Kaiser Ludwig der Bayer am 25. Mai 1330 dem Heinrich Elßenberger von Hirschenstein, genannt Hirnhaimer, gemäß einer Vereinbarung mit Graf (sic!) Albert Nothafft, den Hirnheimern und den Wartern, "die alle vom Großherrn zu Egmont aus Holland herkommen", die Erlaubnis zur Führung des Namens "von Elßenberg" bestätigte. Später wird zu dieser angeblich in Landsberg ausgefertigten Urkunde allerdings bemerkt: "Diese Urkunde ist unächt, denn K. Ludwig hielt sich damals nicht in Landsberg, sondern in Speyer auf. S. Boehmer, Regest. Kaiser Ludwigs, S. 70." Wie Dresslin ebenfalls vermerkt, hatte Kaiser Maximilian am 8. April 1511 Erb- und Abstammungsstreitigkeiten zwischen den verschiedenen Linien der Familie Hirnheim entschieden und bestätigte auch in dieser Urkunde die alte Familientradition, daß die Hirnheimer gemeinsam mit den Nothaften von Radipold von Egmont abstammten (Notthafft-Archiv U 744). Die Hirnheimer zählten nach Kneschkes Deutschem Adelslexikon (Bd. 4, Leipzig 1863, S. 381) zu den ältesten schwäbischen Rittergeschlechtern, welches sich zeitig auch in Franken ausbreitete und später zur Ritterschaft des Kantons Altmühl gehörte. Als Stammsitz wird das gleichnamige Dorf im Oettingischen angenommen. Buccelinus läßt die Stammreihe mit Albert von Hirnheim um 1140 beginnen, andere Autoren zufolge war Rudolph, der Stifter des Klosters Zimmern im Oettingischen, der Ahnherr der Familie. Mit Maria Scholastica v. Hirnheim, die 1692 als Nonne zu Chiemsee starb, ist die Familie erloschen.

 

Von Wappen und Siegeln der Familie Notthafft

Wappen ist das niederdeutsche Wort für Waffen, gemeint ist damit die wichtigste Schutzwaffe des Kriegers: Das Schild. Auf ihm wurden spätestens seit dem 11. Jahrhundert farbige Kennzeichen angebracht, um den durch die Rüstung und den geschlossenen Helm nicht mehr erkennbaren Ritter identifizieren zu können. Einen Schild führte nach der mittelalterlichen Auffassung nur, wer selbstständig waffenfähig war sowie die ummauerten Städte Städte, denen die Verteidigung ihres Gemeinwesens selbst oblag. Das Schild war ein Rechtssymbol für die lehensrechtlich geordnete Gesellschaft; durch die Heerschildordnung war die Rangordnung der Lehensleute festgelegt. Seit dem frühen 13. Jahrhundert sind auch bürgerliche Wappen nachgewiesen; vereinzelne Nachweise finden sich auch schon früher. Nicht nur Patizier in den Städten führten Wappen, sondern auch einfache Bürger, Handwerker und Bauern. Der italienische Rechtsgelehrte Bartolus vertrat damals die Ansicht, daß es jedem Menschen freigestellt sei, sich eines Wappens zu bedienen.
Zu den besonderen Vorrechten des Adels und z. B. auch der städtischen Gemeinwesen gehörte die Siegelmäßigkeit. Siegel dienten bereits in der Antike als Verschlußsicherung. Im mittelalterlichen Urkundenwesen entwickelte sich das Siegel zu einem selbstständigen Rechtsmittel, da besiegelten Urkunden vor Gericht als besonders aussagekräftige Beweismittel dienten. Wer das Recht zur Führung eines Siegels nicht besaß, mußte einen Siegelmäßigen bitten, ein getätigtes Rechtsgeschäft durch die Besiegelung der darüber ausgestellten Urkunde zu beglaubigen. Auch bei Rechtsgeschäften von Siegelmäßigen war es üblich, die ausgestellte Urkunde durch einen oder mehrere Siegelzeugen, die Ihr Siegel zu dem des Ausstellers fügten, beglaubigen zu lassen.
War im Mittelalter naturfarbenes oder gefärbtes Wachs die Hauptsiegelmasse, so wurde das Wachs in der Neuzeit vor allem auf Briefen oder kleineren Dokumenten durch den sich von der iberischen Halbinsel aus verbreitenden Siegellack ersetzt. Daneben tritt seit dem 14. Jahrhundert das Papiersiegel auf. Dabei erfolgte die Prägung auf ein Papierblättchen, das zunächst mittels einer dünnen Wachsschicht, später dann mit Oblaten auf der Urkunde befestigt wurde. Das Siegel wurde mit Hilfe eines Siegelstempels (Typar), Siegelrings oder Petschafts geprägt. In der Regel enthielt es neben dem Wappen - parallel zum Siegelrand - eine Umschrift, welche über den Namen und zum Teil auch den Stand des Siegelführers informierte.

Das Wappen der bayerischen Notthafft

"In Gold ein blauer Balken. Auf dem Helm goldene Hörner mit blauen Balken belegt; dazwischen eine sitzende Bracke. Decken blau und gold".
So beschrieb Otto Titan v. Hefner das Wappen der bayerischen Familie v. Notthafft in seinem 1856 erschienenen großen allgemeinen Wappenbuch.
Die Heraldik lehrt, daß die Spaltungen und Teilungen des Schildes zu den primitivsten und daher auch ältesten heraldischen Bildern gehören; im Gegensatz zu den späteren "gemeinen Schildfiguren" werden sie als "Heroldsstücke" bezeichnet. Ein solches Heroldsstück ist auch der blaue Balken, mit dem der goldene Wappenschild der Notthafft belegt ist. Zu einem Wappen gehört jedoch nicht nur das Schild, sondern auch der Helm mit der Helmzier und dem Helmkleinod sowie die Helmdecken sind Bestandteile desselben. Das klassische Notthafft-Wappen zeigt als Helmzier zwei Büffelhörner, zwischen denen als Helmkleinod eine Bracke (= Hund) sitzt. Daneben kommen aber auch offene Adlerflüge als Helmzieren sowie Sittiche oder weiße Falken mit offenen Flügen als Helmkleinode vor.
Das älteste erhaltene Siegel mit dem Wappenschild der Familie Notthafft fand Franz Notthafft Frh. v. Weissenstein an einer Urkunde der Gebrüder v. Waldau für das Kloster Waldsassen aus dem Jahr 1279, zu der Engelhard Nothaft als Siegelzeuge gebeten wurde. Dieses Siegel ist dreieckig und zeigt den erhabenen Balken im Schild. Die Legende lautet S.Engelhardi Nothafti. Eine Besonderheit ist das Wappen auf dem Siegel des Conrad Nothaft v. Wernberg, welches dieser zum Besiegeln einer am 19. Juni 1327 ausgestellten Urkunde der Abensberger verwendete. Es zeigt nicht den Wappenschild sondern nur das Oberwappen, also den Helm mit Helmzier, Kleinod und Decken. Die alteste farbige Abbildung des Notthafft-Wappens findet sich im Lehenbuch Friedrichs I. von der Pfalz im Generallandesarchiv Karlsruhe. Es ist neben die Abschrift einer Urkunde gemalt, mit welcher Pfalzgraf Friedrich am 12. Februar 1454 die Brüder Albrecht und Heinrich Notthafft von Wernberg mit dem Halsgericht, Stock und Galgen zu Wernberg und über die Dörfer Wolfsbach, Fuchstelberg, Diebrunn sowie Ober- und Niederköblitz belehnte.
Davon, wie die Notthafft zu der Bracke als Helmkleinod kamen, berichtet eine alte Familiensage. Graesse schreibt in seinem 1876 erschienenen Buch über "Geschlechts-, Namen- und Wappensagen" zu den Nothaft von Wernberg: "Diese baierische Familie führt ihren Beinamen von ihrem Stammschlosse Wernberg in der Landgrafschaft Leuchtenberg, ihr Ursprung wird aber von dem Urenkel Radbods, des ersten Friesenkönigs, Heinrich hergeleitet, der 1280 das Schloß Wernberg erwarb und sich davon nannte(!). Einer seiner Nachkommen zog in das gelobte Land und galt, nachdem er zwölf Jahre abwesend gewesen war, als todt. Da begab es sich, dass einst ein alter Pilger an das Thor des Schlosses kam und Einlass begehrte. Es war der todtgeglaubte Schlossherr; allein Niemand erkannte ihn wieder, weder Gemahlin noch Kinder noch Dienstleute, nur ein alter Hund wedelte ihm entgegen und bezeugte seine Freude über seine Rückkehr. Dadurch ward man aufmerksam. Er gab sich zu erkennen, erzählte seine Schicksale und weil er lange in Gefangenschaft und bitterer Noth gelebt, nahm er für sich und seine Nachkommen den Namen Nothaft an, das Bild des treuen Hundes aber setzte er als Helmzierde auf sein Wappen."
1589 führte Jeremias Notthafft von Wernberg zu Altrandsberg den Notthafftischen Schild geviertet mit dem Wappen der Abensberger; diese waren 1485 mit Niklas von Abensberg ausgestorben und die verschwägerten Notthafft machten Ansprüche auf das Abensbergische Erbe geltend. Mit dem durch das Schild der Abensberger vermehrte Wappen wurde diesen Erbansprüchen sichtbarer Ausdruck verliehen. Mit dem Reichsfreiherrndiplom Kaiser Ferdinands III. erhielt der Reichshofrat Johann Heinrich Notthafft v. Wernberg für sich und seine Nachkommen die Bestätigung für diese Wappenmehrung. Durch das Reichsgrafendiplom vom 19. Mai 1638 wurde das vermehrte Wappen Johann Heinrichs durch das Wappen der nach der Notthafftschen Geschlechtssage verwandten, zwischenzeitlich ausgestorbenen Familie Warter noch einmal verbessert.

Das schwarze Siegel der Familie Notthafft

Nach einer in Bayern ziemlich verbreiteten Sage hätten Heinrich Nothaft zu Wernberg (1380-1440), Vicedom in Niederbayern und Grandtresorier in Holland, und dessen Nachkommen zur Strafe wegen seiner Beteiligung an der Ermordung der Agnes Bernauer mit schwarzem Wachs siegeln müssen. Herzog Ernst von Bayern-München hatte die Augsburger Baderstochter Agnes Bernauer, die Braut seines Sohnes Herzog Albrecht III., am 12. Oktober 1435 in Straubing in der Donau ertränken lassen. Nach der Darstellung A. Buchners (Geschichte von Bayern, Bd. VI, Regensburg 1840, S. 289) soll Vicedom Heinrich Nothaft bei dieser unverantwortlichen Grausamkeit, die aus Staatsräson geschah, am meisten Tätig gewesen sein. Allerdings bekleidete Heinrich Notthafft in den Jahren 1424 bis 1439 gar nicht das Amt des Vicedoms in Straubing; vielmehr war Herzog Albrecht seit 1433 als Statthalter seines Vaters in Straubing tätig. Und auch als herzoglicher Rat hatte Heinrich Nothaft nicht an der Verurteilung Agnes Bernauers teilgenommen; diese hatte Herzog Ernst durch ein Spezialgericht unter dem Vorsitz Emmeran Nußbergers vornehmen lassen. Heinrich Nothaft war zu jener Zeit Rat von Herzog Ernsts Bruder, Herzog Wilhelms III. von Bayern, der vier Wochen vor dem Justizmord am 12. September 1435 gestorben war. Einige Monate später findet sich Heinrich Nothaft in Diensten Herzog Heinrichs XVI. von Bayern-Landshut. So lassen sich also die Behauptungen A. Buchners entkräften und auch der Brauch der Familie Notthafft gerne in schwarzem Wachs (später Lack) zu siegeln, hat mit dem Tod der Bernauerin nichts zu tun. Und auch eine zweite Sage, daß nämlich Heinrich Nothaft zu Wernberg und dessen Nachkommen wegen der Ermordung Agnes Bernauers eine seidene Schnur zur Strafe um den Hals tragen mußten, entbehrt der historischen Grundlage. Wahrscheinlich hat diese Geschichte ihren Ursprung in einem Grabstein in Eslarn, auf dem ein Ritter abgebildet ist, der einen Strick (vermutlich eine Kette) um den Hals trägt. Dieser Grabstein wird als einem Glied der Familie Nothaft zugehörig erklärt (Oberpfälzer Zeitblatt, 1843, Nr. 25). Schuegraf sagt in seiner historischen Schilderung der Burg Runding in Bezug auf die beiden unbegründeten Sagen:
"Nein, auf diesem Geschlecht haftet kein Makel ritterlicher Unehre. Rein bleibt sein Ruf von der Stunde an, als es in der Geschichte auftritt, und gesegnet sein Andenken in den Herzen aller Bewohner des bayerischen Waldes, besonders seiner Grundholden. Von jeher hingen diese an ihrer Herrschaft nmit unverbrüchlicher Treue und Liebe." (Das Königreich Bayern in seinen alterthümlichen, geschichtlichen, artistischen und malerischen Schönheiten, 2. Band, München 1846, S. 462)
Anhand der noch erhaltenen Siegel der Familie an Urkunden in Bayerischen Archiven ist zu ersehen, daß der Gebrauch des schwarzen Wachses schon lange vor der Hinrichtung Agnes Bernauers in Übung stand. Daneben kommen bei den Nothaft von Thierstein und Wernberg aber auch grüne und rote Siegel vor.

Das Wappen der Nothaft in Schwaben

Die schwäbische Linie der Familie von Notthafft, die im Jahr 1300 mit Wernher Nothaft und dessen Söhnen Albrecht und Werner erstmals kundbar wird, führt im Wappen einen roten Schild mit zwei offenen, Silbernen Flügen. Als Kleinod findet sich bei den Nothaft von Hohenberg ein roter Spitzhut auf dem Helm, aus dessen Krempe, als Helmzieren, wiederum zwei silberne Adlerflüge wachsen. Bei den Nothaft von Frauenberg besteht das Helmkleinod aus einem silber geflügelten, rot bekleideten Mohrenrumpf.
Maria Heitland, welche die Abstammung der schwäbischen Nothafte von der gleichnamigen bayerischen Adelsfamilie glaubhaft machen konnte, vermutet daß der erste des Namens im Dienste der Grafen von Württemberg oder Landau nach Schwaben gekommen sei. Dort gab es aber schon die Herren von Maienfels, die - ebenso wie die bayerischen Notthafft - einen blauen Balken auf goldenem Grund (manchmal auch umgekehrt dargestellt) im Wappen führten. So wählten sich die schwäbischen Nothaft ein anderes Wappen, nämlich die genannten silbernen Adlerflüge auf rotem Schild. Interessant ist diesbezüglich eine Nachricht Dresslins, der auf Blatt 9r seines 1660 verfaßten Stemma Nothafftianum berichtet:
"Zu Prag lasset sich in Vnderschidenen alten Kirchen eben dergleichen gelber oder guldener Schildt mit Einem dunckhlplawen Zwerchstrich, auf dem Helm aber mit Zweyen außgespanten ganz Weissen Adlerflügen {So mit Einem Rothen doppelt flügendten bandt auf dem Helm angehöfftet} Vnder der fürnembsten alten geschlechten solches Königreichs fündten; habe aber nicht erfahren können, waß für Ein Geschlecht sich dessen gebrauchet vnnd ob solches mit Vnnß Nothafften, wie starckh ZuVermuetten, Einige Gemainschafft gehabt, dann es gäbe dises Wappen Eine starckhe anZaigung, alß ob dasselbe Zum theill ad imitationem Vnnser, der Norgauischen, vnnd Zum theill der Schwäbischen Herrn Nothafften, were geführet worden."