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von Oxenstierna
von Oxenstierna zu Croneborg
von Oxenstierna zu Korsholm
von Oxenstierna zu Södermore


Quelle: Armorial Général von J.B. RIETSTAP Rietstap.

Leben: Des schwedische Kanzler Axel Oxenstierna

Oxenstierna war der Sohn des Freiherrn Gustaf Gabrielsson Oxenstierna und dessen Ehefrau Barbro Nilsdotter Bielke. Mit 16 Jahren immatrikulierte sich Oxenstierna 1599 zusammen mit seinen Brüdern an der Universität Rostock. Im Folgejahr wechselte er nach Wittenberg und 1601 nach Jena. Dort studierte er bis 1603. Nach seinem Studium wurde er 1603 zum Kammerjunker von König Karl IX. von Schweden berufen und wurde im Jahre 1606 diplomatischer Mission nach Mecklenburg gesandt; es war die erste von vielen noch folgenden. Am 5. Juni 1608 heiratete er Anna Åkesdotter (Bååt). Mit ihr hatte er die Söhne Erik Oxenstierna und Johan Oxenstierna. 1600 wurde Oxenstierna in den Reichsrat berufen und 1611 bestimmte ihn König Gustav Adolf zum Mitglied des Regentschaftsrates. 1610 ging er nach Kopenhagen, um einen Krieg mit Dänemark zu verhindern, war aber nicht erfolgreich.

Kanzlerschaft:

Am 6. Januar 1612 wurde er zum Reichskanzler ernannt und seine Organisation und Kontrolle machte sich in jedem Teil der Administration positiv bemerkbar. Am Frieden von Knäred (zwischen Dänemark und Schweden) vom 20. Januar 1613 war Oxenstierna maßgeblich beteiligt. Die Kronländer Livland und Finnland verwaltete Oxenstierna in den Jahren 1614 und 1616 für seinen König quasi als Vize-Regent. Den Friedensvertrag von Stolbowo, der am 9. März 1617 den Krieg zwischen Schweden und Russland beendete, schuf er ebenfalls mit Bravour. 1620 leitete Oxenstierna die Delegation nach Berlin, welche den Heiratskontrakt zwischen Gustav Adolf und Maria Eleonora von Brandenburg ausarbeitete.

Diplomat und Stratege im Dreißigjährigen Krieg: 1622 avancierte Oxenstierna zum Statthalter von Riga. Für seine Dienste, welche dem König inzwischen unentbehrlich waren, erhielt er u.a. das Bistum Wenden. 1623 verhinderte Oxenstierna einen Bruch mit Dänemark. Durch eine gemeinsame Besetzung von Stralsund konnte die Stadt vor den kaiserlichen Truppen geschützt werden.

Im Oktober 1626 wurde er zum Gouverneur des schwedischen Teils von Preußen berufen. Als solcher verhandelte er 1629 – unter Vermittlung Frankreichs – den Waffenstillstand von Altmark. Nach der Schlacht von Breitenfeld am 7. September 1631 wurde er zum schwedischen Bevollmächtigten am Rhein ernannt, mit sehr weit reichenden Befugnissen. Seine Ernennungsurkunde erreichte ihn Anfang 1632.

Am 16. November 1632 fällt König Gustav Adolf in der Schlacht von Lützen. Ab sofort übernimmt Oxenstierna die politische Führung. Den militärischen Oberbefehl teilen sich Herzog Bernhard von Sachsen-Weimar und Gustav Graf Horn. Oxenstierna blieb auch in Amt und Würden, als Königin Christina I. ihrem Vater Gustav Adolf als Nachfolgerin folgte.

Am 23. April 1633 schloss Oxenstierna zwischen Schweden und den fränkischen, schwäbischen und rheinischen Ständen den Heilbronner Bund. Nach der Schlacht bei Nördlingen am 6. September 1634 (Prager Frieden) löst sich dieser Bund wieder auf. Er musste allerdings Frankreich hierbei ein gleichberechtigtes Entscheidungsrecht einräumen.

Ab dem Herbst 1633 drängte Oxenstierna den Fürsten Ludwig I. von Anhalt-Köthen, vom Amt des schwedischen Statthalters der Stifte Halberstadt und Magdeburg zurückzutreten. Trotzdem nahm ihn der Fürst im Februar 1634 in die Fruchtbringende Gesellschaft auf. Die Aufnahme erfolgte beim Halberstädter Konvent des Niedersächsischen Kreises zusammen mit anderen Konvent-Teilnehmern. Oxenstierna wurde der Gesellschaftsname der Gewünschte und das Motto in ängsten verliehen. Als Emblem wurde ihm die Zimmetrinde (Cinnamonum zeylanicum Bl.) zugedacht. Im Köthener Gesellschaftsbuch findet sich Oxenstiernas Eintrag unter der Nr. 232. Dort ist auch das Reimgesetz vermerkt, welches er anlässlich seiner Aufnahme verfasst hat:

Der Zimmetrinden kraft gewünscht ist in ängsten
Jhr Balsam, waßer auch gebraucht dan Zum lengsten
die ohnmacht hat gewehrt, Gewünscht in ängsten mir
Der nahme geben ist, So wan in nöthen wir,
Großmüthigkeit vnd hertz Vnß Ziemet vnd anstehet:
Geduldt mit helden muth, vnd obs schon schwehr eigehet,
Vnd aller widrigkeit genommen ihre macht.

Mit dem Frieden von Brömsebro beendete Oxenstierna 1645 den Krieg zwischen Schweden und Dänemark.

Im selben Jahr wurde er zum Kanzler der Universität Uppsala berufen. Oxenstierna war für wissenschaftliche Fragen und Neuerungen immer offen. Er gründete allein fünf Gymnasien und interessierte sich sehr für die Reformen von Wolfgang Ratke. Hugo Grotius ernannte er zum schwedischen Gesandten in Paris und es verband ihn ein längerer Briefwechsel mit diesem Wissenschaftler.