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Rüd von Collenberg
Rüdt von Collenberg
Rüd von Bödigheim
Rüdt von Bödigheim


Quelle: Johann Siebmachers Wappenbuch


Quelle: Ingeram Codex


Quelle: Scheibler'sches Wappenbuch


Quelle: Aschaffenburger Wappenbuch

Weitere Info:
Historische Familienwappen in Franken von Eugen Schöler


Quelle: Alfred F.Wolfert, Die Wappen im Lehenbuch des Kurfürsten Friedrich I. von der Pfalz -1471- in: Beiträge zur Erforschung des Odenwaldes und seiner Randlandschaften IV, Breuberg-Neustadt 1986, S 279-344

NAMEN UND WAPPEN DER “RÜDT VON COLLENBERG“ - DIE ÄLTESTE ÜBERLIEFERUNG DER SAGE
(von Konrad Mülbert)

Die geschichtlichen Wurzeln der weitverzweigten Familie Rüdt liegen teilweise immer noch im Dunkeln. Am Ende des 12. Jahrhunderts werden die ersten urkundlichen Belege greifbar: Wibbertus de Amorbach 1197; Wipertus de Amorbach 1222; Diether Rüde de Amorbach 1261; Wipertus sen. miles Rüde de Rüdenau (1268, + 24. Okt. 1306. Er ist der Besitzer der Collenburg und der Erbauer der Bödigheimer Burg und nennt sich in seinem Testament von Bödigheim). Seinen Besitz teilt er unter seine Kinder und wird der Stammvater der Rüdt von Collenberg und der Rüdt von Bödigheim.

Bei dieser Aufzählung wird deutlich daß der Stammname der Familie sich allmählich herausgebildet hat. Erst nach drei Generationen (1306) erscheinen die Familien unter dem Namen, unter dem sie noch heute auf ihrem Sitz in Bödigheim leben: Rüdt von Collenberg.

Auch das Wappen mit dem „Rüdenrumpf", das heute Teil des Collenberger Gemeindewappens ist, hat sich, für uns nachweisbar, in den ersten drei Generationen entwickelt. Das älteste uns bekannte Wappen war das mit dem Balken im damaszierten Feld, wie es aus dem Siegel des Diether Rüdt von Amorbach von 1272 und des Wipert Rüdt von Rüdenau von 1285/86 bekannt ist. Von Wipert Rüdt von Rüdenau sind zwei ver­schiedene Siegel aus den Jahren 1293 und 1302 bekannt, die beide drei Rüdenrümpfe im Schild zeigen. Das noch heute gezeigte Bild, der silberne Rüdenrumpf mit Halsband im roten Schild, tritt erstmals 1306 mit dem Siegel des Wipert Rüdt von Bödigheim in Erscheinung.

Das ist der historische Befund wie er von heute aus zu rekonstruieren ist. Warum aber diese Ritterfamilie sich den Namen Rüdt und das Wappen mit dem Rüdenkopf zulegte wissen wir nicht. Auch frühere Generationen wußten es nicht (mehr). Das aber ist der Freiraum, den die Sage ausfüllt. Sie will erklären. wie es zum Namen und zum Wappen gekommen ist. Dabei sind belegbare historische Fakten nicht unbedingt nötig, zuweilen sogar hinderlich: es geht uni spätere Erklärung.

Die heute bekannteste Fassung der Sage ist in den „Spessartsagen" veröffentlicht. Allerdings erzählt uns diese Sage viel mehr von unserer Familie; sie erzählt auch von den Auseinandersetzungen mit den benach­barten Grafen von Wertheim, die Lehensherren der Rüdten waren, von der Errichtung und der Zerstörung der Freudenburg und kleidet das alles in die Form einer Liebesgeschichte: Es wird märchenhaft.

Die älteste Überlieferung dieser Sage befindet sich im Generallandes­archiv in Karlsruhe und war bisher datiert "aus dem 17. Jahrhundert". [...]

Aus 'DER ODENWALD', Zeitschrift des Breuberg-Bundes, 40. Jahrg. Heft 2 / Juni 1993, S. 79 ff